
Im Zeichen der Jazzbanane!
Eine Banane mit Saxophon-Mundstück prangt auf dem Plakat zum 21. Jazzfrühling. Hierbei handelt es sich um die sogenannte „Jazzbanane“ – Synonym für die veranstaltende JazzConnection und Wort-Erfindung des damaligen Konsulat-Whiskeyglas-Schubsers „Champi“.
Die Jazzbanane verspricht ein buntes, facettenreiches und vor allem internationales
Programm. Mit einem künstlerischen Paukenschlag beginnt das Festival pünktlich zum Frühlingsanfang am 21. März in der Konzertkirche. Die NDR-Bigband wird unter Leitung des englischen Komponisten und Arrangeurs Colin Towns die Sinfonie "hamburg harbour sound and vision 1927 - 2011" aufführen. Towns schrieb die Sinfonie für das „Elbjazz-Festival“ in Hamburg, und die Aufführung wurde stürmisch gefeiert. Die NDR-Bigband begleitet eine wunderbare Film-Foto-Collage, die die Geschichte des Hamburger Hafens eindrücklich darstellt. So wird auch das Leben im Kiez beleuchtet, und auch der legendäre Hans Albers kommt singend zu Wort.
Am Donnerstag zieht die Jazzkarawane weiter ins Schauspielhaus. Weltmusikalisch geht es zu, wenn das „Black Sea Quartett“ die Bühne betritt. Vier Ausnahmemusiker aus drei Ländern, jeder für sich ein herausragender Solist, verweben osteuropäische Musik mit Jazz auf Grundlage einer unglaublichen Virtuosität – Musik, die unter die Haut geht.
Der Freitag gehört der Funk-Music. Die Musiker von Mo‘Blow haben mit ihrem treibenden Funk-Groove deutschlandweit für Fourore gesorgt, so das sogar der Funk-Papst Nils Landgren auf sie aufmerksam wurde und ein gemeinsames Projekt entstand. Ein weiterer Beleg für die Qualität der Band ist die aktuelle CD „For those about to Funk“, die beim renommierten Label ACT erschien.
Traditionsgemäß ist der Sonnabend ist für die Jazzbanane der „Großkampftag“ zum Jazzfrühling. Um 13 Uhr beginnt die Boulevard-Veranstaltung „NB Jazz“ der Neuwoges mit brasilianischen Rhythmen: Aguas de Maio ist eine deutsch-brasilianische Formation aus Hamburg, die mit Bossa Nova, Samba, Chorinhos sowie Musica Brasiliera wohl die richtige Musik zum Frühlingsbeginn in petto hat.
Um 15 Uhr präsentiert dann die Mecklenburgische Versicherungsgruppe das Kinderprogramm im Latücht. In diesem Jahr sind die „Vier Jazzmusikanten“ um den bekannten Jazzer und Komponisten Hartmut Behrsing zu Gast. Behrsing ist der Schöpfer der Polizeiruf 110-Titelmelodie und ein Urgestein der berliner Jazzszene. Gemeinsam begeben sich Musiker und Erzähler mit den Kindern auf die Spuren der Gebrüder Grimm. Ein Leckerbissen!
Ab 20 Uhr lädt „Die Reise“ im Güterbahnhof zur Reise ein. Dieses spannende Projekt versucht, mit freier Musik die Zuhörer mit auf eine imaginäre Reise zu nehmen. Sphärisch, rockig, balladesk – so präsentiert sich das Quartett um den Gitarristen Christian Kuzio, bevor die Jazzkantine den Saal rockt. Diese Formation gehört seit den 90er Jahren zu Deutschlands erfolgreichsten Jazzbands. Zahlreiche Plattenveröffentlichungen, Tourneen sowie die Zusammenarbeit mit verschiedenen Größen der Jazz- und Popmusik machen die Band zu einem Gesamtkunstwerk. Die letzte Veröffentlichung „Hells Kitchen“ mit Adaptionen der Rocklegende ACDC war mit über 40 000 CDs eines der meistverkauften Jazzalben 2011.
Für alle, die nach dieser Musik nicht ins Bett gehen möchten, hält die Jazzbanane noch einen Leckerbissen
bereit: Ab 24 Uhr wird mit Los Mighty Calacas eine spanisch-mexikanische Band zur After-Show- Party im „Live am Ring“ auftreten. Egal, wie man ihre Musik nennt – vielleicht Blues-Funk-TexMex – sie macht einfach nur Spaß. Am gleichen Ort kann man sie dann auch noch einmal zum Blues-Brunch am Sonntag ab 11 Uhr erleben, während
im Radisson Blu Hotel mit Aguas de Maio ab 11.30 Uhr der Jazz-Brunch stattfindet.
Zahlreiche Sponsoren und auch die städtischen Unternehmen bekennen sich auch in diesem Jahr zum
Jazzfrühling in Neubrandenburg und ermöglichen so die Weiterführung des beliebten Festivals in schwierigen finanziellen Zeiten.
Andreas Meenke